Fast 50 Besucher drängten sich im Café Mainz, um Pfarrer und Propst Josef Wolff zu hören.
Josef Wolf enttäuschte die Zuhörer nicht, erfand schnell Zugang zu ihnen mit seiner humorvollen und anschaulichen Art des Vortrages.
Propst oder Pfarrer, wie ist die formvollendete Anrede? SU Vorsitzender Wolfgang Gunia hatte da ein Problem: Am liebsten werde er mit „Pfarrer“ oder „Pastor“ angesprochen so Wolff, der Propst-Titel hänge an seiner Verantwortung für die Jülicher Kirche St. Maria Himmelfahrt, die seit 1936 den Titel Propsteikirche (Lat. Ecclesia praeposita) führt.
Die Zuhörer erfuhren auch eine Menge über seine Person: Aufgewachsen in Dürwiss, sei er ein Kind der Region, liebe seine Heimat und spreche auch Platt. „Mein Herz schlägt auch für die Geschichte der Region“. In der Politik bei der Jungen Union war er aktiv, habe später dann gemerkt, dass man auch über die Kirche die Gesellschaft mitgestalten kann. Regelmäßige Weiterbildung ist ihm wichtig, auch Exerzitien, um auch mal abzuschalten und über sich selbst nachzudenken.                                                                                                                    
 
 „Ich tue meine Arbeit gern“, will für die mir anvertrauten Menschen ein guter Seelsorger sein. Passend lautet sein Lieblingskirchenlied „Alles meinem Gott zu Ehre“.
Kirche ist immer eine Baustelle, an vielen Stellen wird gearbeitet so passt sich die Erstkommunionsvorbereitung noch mehr den Bedürfnissen der Kinder an, eine „Jugendkirche“ entsteht in der Salesgemeinde. Die „Jugend“ müsse in der Kirche Räumlichkeiten vorfinden, in denen sie sich wohl fühlt, die als passend empfunden wird.

Eine weitere Baustelle seine die Finanzen. Für neue Aufgaben sei oft zu wenig Geld da, für den Erhalt des Bestehenden, insbesondere der Gebäude der Kirchen, müsse viel Geld ausgegeben werden. So verschlinge die alle 10 Jahre fällige Wartung einer Orgel rund 100.000 Euro. Hier sieht Pfarrer Wolff die Kirche in einer ähnlich schwierigen Lage, wie die Stadt bei ihren Bürgerhallen.  Die Menschen erwarten attraktive Kirchen, aber um alle zu sanieren reiche aber das Geld nicht.
Es fehle auch an Personal, so Wolff weiter, dass wie von einzelnen Zuhörern beklagt wurde, die seelsorgerische Einzelbetreuung nicht in gewünschtem Maße angeboten werden könne. Dazu kommen das die Zahl der Kirchenmitglieder jährlich um etwa ein Prozent schrumpfe, was natürlich Auswirkungen auf die Finanzkraft habe.

Mit der Zusammenarbeit der Ökumene in Jülich ist Josef Wolff sehr zufrieden, man denke an eine lokale „Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen“ (ACK), beim Stadtfest werde ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert.
Einen Gegensatz von Kirche und Wissenschaft sieht Pfarrer Wolff nicht.  Die Wissenschaft erforsche die Schöpfung Gottes.
Wolfgang Gunia dankte für die offenen, überzeugenden und ehrlichen Ausführungen und überreichte, passend zu seiner Vorliebe für die Region, ein Buch über Denkmäler in Jülich.